Zwetschkenknödel

Aber so etwas ähnliches hatten wir hier doch schon mal. Richtig, Marillenknödel! Nur hier kommt die kartoffelige vegane Version. Zum ersten Mal hab ich mich an einen Kartoffelteig gewagt und war positiv überrascht. Es war nicht wirklich mehr Aufwand und die Knödel ließen sich problemlos formen. Und geschmeckt hat es natürlich auch … herrlich! Je nach Größe der Zwetschken kann man mit diesem Teig 12-18 Knödel machen.

zwetschkenknoedel

Zutaten:
800 g mehlige Kartoffel
260 g Mehl (am besten griffig)
1 EL Margarine (weich)
2 EL Wasser
Prise Salz
12-18 Zwetschken (je nach Größe und Form)
Zucker zum Befüllen
3-4 EL Margarine
200 g Semmelbrösel
3-4 EL Zucker

Zubereitung:
Die Kartoffeln schälen, würfeln und mit Dünsteinsatz weich dünsten. Dies dauert ca. 15-20 Minuten. Danach die Kartoffelwürfel mit einem Kartoffelstampfer stampfen oder durch die Kartoffelpresse drücken und auskühlen lassen. Die ausgekühlte Kartoffelmasse mit dem Mehl, der Margarine, dem Wasser und einer Prise Salz zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig ein wenig ruhen lassen und währenddessen die Zwetschken waschen und entkernen, sowie mit Zucker befüllen. Ich schneide dafür die Zwetschken auf einer Seite auf, löse den Kern heraus und gebe braunen Vollrohrzucker in die Mitte und klappe die Zwetschke wieder zu. Man kann natürlich auch Würfelzucker oder Schokoladestücke hineingeben. Für die Knödel einen großen Topf mit Wasser aufkochen. Nun einen Teil des Teiges platt drücken, eine Zwetschke damit umhüllen und zu einer Kugel formen und darauf achten, dass die ganze Zwetschke gleichmäßig mit Teig umhüllt ist. Sobald das Wasser kocht, es salzen, zurückschalten, damit es nur siedet und Knödel ca. 10 Minuten darin sieden lassen.
In der Zwischenzeit kann man schon mal in einer Pfanne die Margarine schmelzen und die Semmelbrösel darin unter ständigem Rühren anrösten. Wenn sie schon leicht Farbe angenommen haben, gibt man die 3 EL Zucker hinzu und lässt das Ganze noch ein wenig rösten. Die Knödel werden dann in den Semmelbröseln gewendet und noch heiß serviert.

Zubereitungszeit: 1 h, davon 40 Minuten Kochzeit.

Weinblätter mit Reis (ausgebreitete Sarma)

Vor einiger Zeit habe ich gezeigt wie man in Bulgarien gefüllte Weinblätter zubereitet. Weinblätter sind für die Bulgaren schon eine sehr wichtige Sache. So wichtig, dass es mich drängt noch mehr davon zu erzählen (noch mehr als im ersten Post).

Am leckersten schmecken Weinblätter, wenn sie noch ganz jung sind und so richtig schön zart. Doch die Bulgaren sind ein sehr pragmatisches Volk. Und da es Weinblätter den ganzen Sommer gibt, füllt man die Weinblätter auch, wenn sie schon etwas älter sind.

Nebenbei gesagt: Gefüllt werden in Bulgarien nicht nur Weinblätter sondern auch anderes, wie z.B. Ampferblätter oder Sauerkrautblätter. Letztere sind sogar in der bulgarischen Esskultur fast so wichtig wie die gefüllten Weinblätter. Beim Sauerkraut machen werden dort oft die ganzen Köpfe eingelegt. So hat man dann auch ganze Sauerkraut-Blätter die man eben füllen kann. Oft werden sie dann aber nicht vegetarisch zubereitet, sondern man füllt sie mit Hackfleisch und Reis. Nun jeder wie er mag. Widmen wir uns wieder den Weinblättern.

Zeigen möchte ich euch ein Gericht, welches man auf bulgarisch „Rasganata Sarma“ nennt. Sinngemäß übersetzt bedeutet das Sarma, welche wieder auseinandergerollt bzw. ausgebreitet wurde. Der Name ist aber insofern etwas trügerisch , da die Weinblätter niemals eingerollt wurden.

Tatsächlich ist diese Variante Weinblätter mit Reis zu kochen sehr einfach und schnell. Man spart sich das aufwendige Rollen. Stattdessen schneidet man die Blätter einfach in Stücke und mischt sie in den Reis.

rasganata sarma

Zutaten:
2 Tassen Reis
etwa 5 Tassen Wasser
Weinblätter, 30 mittelgroße bzw. ca 150g
2 große Zwiebel
2 EL Tomatenmark
2 EL Zitronensaft
Salz (ca. 3 TL)
Paprikapulver (2 bis 4 TL)
Gjosum (bulgarische Minze)
Oregano

Zubereitung:
Die Weinblätter werden gewaschen und in kleine Streifen geschnitten. Die Zwiebeln werden gehackt und in einer Pfanne angebraten. Nach wenigen Minuten kommen die Weinblätter hinein. Die lässt man nur zusammenfallen und gibt dann auch schon den Reis dazu. Dann noch 2 Tassen Wasser hinzu und ohne Deckel köcheln lassen. Das Tomatenmark und den Zitronensaft dazugeben sowie die restlichen Gewürze.
Sobald der Reis die Flüssigkeit aufgenommen hat, gibt man das ganze in ein Backblech und schüttet noch das restliche Wasser dazu. Im Backrohr bei 180°C etwa 40 Minuten garen bis das Wasser aufgesogen wurde bzw. verdunstet ist.

Zubereitungszeit: ca. 1 Stunde

Imam Bayildi auf bulgarisch

imam baelda09

Die Großmutter von bigtoaster ist die beste Köchin,die ich kenne. Trotz ihres fortgeschrittenen Alters kocht sie nach wie vor leidenschaftlich gerne für ihre Familie. Früher konnte sie sehr viele vegane Gerichte, mittlerweile ist ihr Wissen zum Teil verloren, da sich die Zeiten geändert haben und Fleisch immer häufiger auf dem Speiseplan steht. Doch auch wenn sie so Manches aus der alten Zeit schon vergessen hat, verwöhnt sie uns mit fantastischen vegetarischen Gerichten.

Dieses Mal war es das bekannte orientalische Gericht Imam Bayildi. Dieses ist auch in Bulgarien bekannt und beliebt. Dort sagt man dazu Imam Baelda. Wir durften ihr beim Kochen über die Schulter schauen und fotografieren. Dabei hat sie uns auch gleich die Geschichte zu dem Gericht erzählt. Es war einmal ein Mann, dessen Lieblingsgericht dies war und immer wenn seine Frau ihn fragte, was sie denn kochen sollte, verlangte er nach diesem Gericht. Die Frau war schon ganz verzweifelt und beschloss eines Tages, ihrem Mann zu zeigen wieviel Öl man für dieses Gericht denn braucht. Als sie dem Mann also die Zutaten und das viele Öl zeigte, dass für dieses Gericht notwendig ist, schrie er:  Imam! Baeldisah! (Imam! Mich hauts um!)

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Zutaten (für 4 bis 5 Personen):
5 Melanzani
15-20 Knoblauchzehen
Petersilie
1 große Zwiebel
1 1/2 – 2 kg Tomaten
Öl
Salz
Paprikapulver

Zubereitung:
Die Tomaten beim Stiel einschneiden, den Strunk entfernen und raspeln. Ein Häuten ist nicht notwendig denn dabei bleibt der Großteil der Haut in der Hand zurück. Bei den Melanzani den Stiel entfernen, halbieren und ein wenig aushöhlen. Die Melanzanihälften werden geschält, bis auf zwei Streifen an den Seiten (siehe Fotos). Diese brauchen wir, damit das Ganze nicht auseinanderfällt, wenn es durch ist. Die Melanzani werden dann gesalzen und kurz stehen gelassen. Dann werden sie ausgedrückt und die Flüssigkeit, die sie verlieren, wird weggegeben.
Die Zwiebel werden geschält und geschnitten und mit reichlich Öl in einem Topf angebraten. Die Tomaten werden hinzugegeben und 30 Minuten lang ohne Deckel ausgekocht. Salz, Pfeffer und Paprikapulver wird dazugegeben, sowie die Melanzaniwürfel, die beim Aushöhlen entstanden sind. Zum Schluss wird noch die Petersilie in den Topf gegeben.
Die Melanzani werden in Salzwasser ohne Deckel gekocht und dabei einmal umgedreht. Die Melanzani sollen nicht mehr roh sein, aber auch nicht ganz durch. Danach werden sie ins Blech gegeben.
Anschließend werden die geschälten ganzen Knoblauchzehen auf den Melanzani verteilt und das Ganze mit der Tomatensauce übergoßen. In den Ofen geben bei 180 ° C für ca. 45 Minuten. Es sollte der Großteil vom Wasser verdunstet sein und nurmehr das Öl übrig sein.

Zubereitungszeit: 1 1/2 bis 2 Stunden